Am vergangenen Wochenende fand in das “Barcamp Darmstadt” statt. Im T-Online-Gebäude wurde 2 Tage lang von den Teilnehmern über Web, Technik und vielen weiteren Themen diskutiert. Da ich ebenfalls mein eigenes Wissen und meine Erfahrungen einmischen konnte, möchte ich kurz ein Feedback geben.
Es ist sicherlich nicht jedem geläufig, was ein Barcamp ist. Deshalb möchte ich es in einigen wenigen Sätzen kurz erläutern. Es handelt sich um eine konferenzartige Veranstaltung. Man kann sich kostenlos (oder gegen einen ganz geringen Beitrag) anmelden. Die Vorträge stehen allerdings noch nicht fest (sondern wurden maximal als Vorschlag eingereicht), denn erst am eigentlichen Tag stellen die potentiellen Referenten ihre Themen vor. Die Teilnehmer stimmen dann selbst ab, was sie denn interessiert und was sie hören möchten.
Im Allgemeinen muss ich sagen, dass mir das Barcamp sehr gut gefallen hat. Wie vielleicht nicht jedem bekannt ist, steht hinter dem Barcamp Darmstadt das gleiche Team, das bereits das Barcamp Mainz im letzten Winter ausgetragen hat. Unter dem Motto “Barcamp Rhein-Main” sollen auch noch weiter folgen. Man hat bereits gemerkt, dass das Team zwischen den beiden bereits ausgetragenen Barcamps weiterentwickelt hat und eine gute Lernkurve hat. Deshalb kann man sich im Rhein-Main-Gebiet sicherlich in den nächsten Jahren auf Barcamps in Frankfurt, Hanau, Offenbach und Wiesbaden freuen.
Homepage: http://darmstadt.barcamp-rheinmain.de/
Bilder auf Flickr: http://www.flickr.com/photos/netzkultur/sets/72157625304451937/
Twitter: http://twitter.com/#!/bc_rm
Im Folgenden habe ich mir ein paar Gedanken zu den einzelnen Bereichen gemacht. Natürlich war ich auch sehr darum bemüht, konstruktive Kritik zu formulieren, damit man die Qulität der Barcamps stetig steigern kann. (Dazu muss ich anmerken, dass es mir bedingt durch mein Studium erst möglich war, Samstag Nachmittag auf dem Barcamp zu erscheinen.)
Sessions
Am ersten Tag fand ich die Sessions vom technischen Anspruch im Allgemeinen sehr hoch. Gerade für ein vielfältiges Publikum war es teilweise schwer zu folgen und sogar als Informatiker kann man nicht mit Leuten mithalten, welche 8 Jahre lang Datenbanken optimiert haben. (Vielleicht hat auch das am zweiten Tag ein paar Leute abgeschreckt.) Am Sonntag fand ich die Sessions sehr vielfältig und super interessant. Ein sehr breites Spektrum an Themen wurde abgedeckt: Marketing & Vertrieb, Social Media, Design und sogar Sessions über die Entwicklung von Urlaub und Reisen durch Web 2.0. Auch kamen ein paar super Diskussionen zum Stande (nicht durch wüstes reden, sondern weil diese Sessions schon als Diskussionen konzipiert waren).
Mir selbst wurde auch die Möglichkeit gegeben bei einer Session als Co-Host dabei zu sein. Bei der Session “Designer vs. Developer” wurde noch ein zweiter Vertreter der Fraktion der Programmierer benötigt. Alles in allem eine waren aber sehr gute Sessions da. Auf Wunsch der Barcamper wurde sogar am Sonntag noch ein zusätzlicher Time-Slot hinzugefügt (Kompliment an die Organisation, dass dies möglich war).
Das Barcamp fand im Gebäueder der T-Online statt. Die Lokation war super. Es gab einen Bereich mit Steh-Tischen, einen Bereich mit Sitzsätzen, eine Cafeteria. Dazu kamen noch 2 sehr gut eingerichtete Räume mit Testgeräten, welche zur Verfügung: iPads, div. PC-Systeme, 3D-Fernseher und Tisch-Kicker. Alles in allem war es richtig gut ausgestattet und neu. (Man sehe sich die Bilder auf Flickr an.)
Es war sehr geräumig und genau das sehe ich als kleinen Nachteil. Bei der vorhandenen Teilnehmerzahl hat es sich doch schon sehr verlaufen. Und das meine ich nicht nur, während der Sessions sondern auch in den Pausen. Man hatte eher den Eindruck, dass das Barcamp schlecht besucht hat, weil man doch eher wenige Leute zum Netzwerken fand. Für die gewählte Location sollten einfach ein paar mehr Teilnehmer da sein, denn in den Räumen wurde es auch noch nicht eng.
Sehr erfreulich war auch, dass das Chill-Out-Event am Samstag Abend in eben diesem gut eingerichteten Foyer stattfinden konnte. So kam es nicht zu dem üblichen Schwund an Personen, welche direkt heim (oder in die Unterkunft) fahren, anstatt zur Chill-Out-Lokation. Außerdem wurden die (nach einschlägiger Meinung) größte Twitter-Wall-Deutschlands zur Kommunikation verwendet.
Räume
Die Räume im T-Online-Gebäude waren super ausgestattet. Es standen in jedem Raum sehr qualitative Beamer zur Verfügung. Zusätzlich dazu auch noch mehrere Flipcharts und Whiteboards. Also sollte es sogar den kreativsten Vortragenden an etwas gefehlt haben. Es waren typische Meeting-Räume mit ausreichend Tischen und Stühlen. Vor allem die Stühle haben einen guten Eindruck gemacht, handelte es sich doch nicht um billige Bürostühle (welche man in Erwägung zieht, wenn man sie in Massen käuft). Sie waren sehr elastisch was das Sitzen (gerade bei längeren Sessions) wirklich angenehm gemacht hat.
Verpflegung ist meist ein etwas leidigeres Thema auf einem Barcamp und somit ist man schon zufrieden, dass es überhaupt etwas gibt. Mir kam zu Ohren, dass das erste Mittagessen (am Samstag) etwas enttäuschend war. Leider kann ich dies selbst nicht beurteilen. Jedoch war das Abendessen großartig (Bockwürste mit Nudel- und Kartoffelsalat) und hat wirklich gut geschmeckt. Auch gab es zum Abendessen (welches fließend in das Chill-Out-Event) überging, kostenlos Getränke der entspannten Sorte: Bier in mehreren Sorten.
Das Frühstück am Sonntag morgen war gut. Und über das Mittagessen sollte sich auch keiner beschweren, denn es gab eine breite Vielfalt in guter Qualität in der T-Online-Kantine: Gnocci, Gulasch-Suppe, Salate und diverse Desserts.
Auch gab es während des ganzen Events ausreichend Kaffee, Wasser und Fruchtsäfte. Was mich als Tee-Passionisten erfreut hat, waren die ca 20 verschiedenen Sorten, welche meinem Hals richtig gut taten.
Teilnehmer
Natürlich hatte man mit dem Vorgänger, dem Barcamp Mainz, eine unglaubliche Anwensendsstatistik erschaffen. Dort gab es kaum No-Shows (Personen, welche trotz Anmeldung nicht erschienen sind). In Darmstadt war das leider anders. Ich hätte mir schon etwas mehr Betrieb gewünscht. Vor allem, da in Sachen Lokation, dem auch nix entgegen stand. Meiner Einschätzung nach sind von den 300 Plätzen ungefährt 225 Personen erschienen. Bei den Zahlen bin ich mir leider nicht so sicher, aber es hätten problemlos noch 100 weitere Personen Platz finden können.
An der Organisation gab es keine Kritik. Die Aufgaben waren klar definiert und die Orgas waren immer irgendwo anwesend und äußerst hilfsbereit. Allem voran natürlich der Mann, der diese Szene im Rhein-Main überhaupt geschaffen hat: Darren Cooper. Auch haben die Helfer einen sehr guten Eindruck gemacht. Und, ganz im Sinne eines Barcamps, waren natürlich auch die Teilnehmer immer hilfsbereiten und bauten sogar noch bis zum Schluss mit ab.
Abschluss
Abschließend muss ich sagen, dass ich mich schon auf das nächste Barcamp im Rhein-Main-Gebiet freue. Das erste wurde doch schon sehr stark gehypt mit Werbung und auch seitens der Presse. Ich denke, dass man in Darmstadt einen Eindruck von einem guten Barcamp bekommen konnte (statt von einem erstklassigen), was vielleicht den einen oder anderen zurück auf den Boden holte. Aber man hat auch gezeigt, dass die Serien “Barcamp Rhein-Main” auf einem soliden Fundament steht und man es mit dem Vorhaben wirklich ernst meint.
Auch hat der Standort Rhein-Main damit ein weiteres Kompetenzfeld geschaffen. Nachdem Frankfurt für Industrie (Industriepark Höchst) und seine Banken sehr bekannt ist, kann man nun auch von einer Szene im Bereich Web und IT sprechen, welche anderen großen Städten in nichts nachstehen muss.
Einen weiteren Artikel, gibt es in den nächsten Tagen noch, mit Meinungen zu den einzelnen Sessions, an welchen ich teilnahm. Ich werde diesen Blog-Eintrag zum einen hier verlinken zum anderen lohnt es sich natürlich, in regelmäßigen Abständen unseren Blog zu besuchen.
Anmerkung: Ein Dankeschön geht vor allem an die beiden großen Sponsoren: T-Online, mit ihrer sehr schönen Lokation und O’Reilly, welche sehr viele Bücher verschenkt haben.
Fotos: Patrick Lenz




Florian sagt:
Schöner Kommentar, aber eine Anmerkung habe ich:
Das Barcamp in Mainz hat nicht im Frühling sondern ziemlich genau vor einem Jahr stattgefunden. Oder gab es danach noch eins, das ich verpasst habe?
Max Lill sagt:
Nein, du hast recht. Ich musste selbst erstmal nachgucken. Konnte nicht glauben, dass es wirklich schon ein ganzen Jahr her ist. Barcamp Mainz war am 28./29.November 2009. Ich habs im Artikel mal korrigiert
Darmstadt sagt:
Hallo,
viele Dank für diesen tollen und informativen Bericht vom Barcamp Darmstadt.
Ich finde Darmstadt für solche Veranstaltungen einfach der richtige Ort ist, es muß ja nicht immer nur bei der Telekom sein. Wobei dort für eine Solche Veranstaltung einfach der beste Platz ist.
Viele Grüße
Karsten
Max Lill sagt:
Hallo Karsten,
ja Darmstadt ist wirklich eine schöne Stadt. Gerade weil sie eine offizielle Wissenschaftsstadt ist und ihre Kultur stark vom universitären Leben geprägt ist, macht sie das natürlich für Barcamps sehr interessant.
Natürlich wäre es super, hin und wieder auch mal etwas Abwechselung zu haben. Wenn du also noch andere Vorschläge für Lokationen (welche sich für Barcamps eignen) in Darmstadt und Umgebung kannst, dann setze dich doch bitte mit der Barcamp-Orga in Verbindung.
BTW: Ich bin gespannt auf deinen Darmstadt-Blog. Das Thema hört sich auf jeden Fall schonmal sehr gut an.
Mit freundlichen Grüßen,
Max